Russland hat innerhalb von knapp sechs Wochen zwei seiner seltensten Aufklärungsflugzeuge verloren. Die Berijew A-50 – nach NATO-Codename „Mainstay” – galten lange als kaum verwundbar. Laut dem britischen Verteidigungsministerium stürzte die erste Maschine am 17. Januar 2024 über dem Asowschen Meer ab (Wikipedia). Beim zweiten Vorfall am 23. Februar bestätigte der ukrainische Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk den Abschuss mit den Worten: „Die A-50 mit dem Rufzeichen ‘Bajan’ hat ihren letzten Flug absolviert” (n-tv.de). Für Russlands verbliebene Flotte von nur noch neun A-50 bedeuten die Verluste einen empfindlichen Abbau der Luftaufklärung.
NATO-Name: Mainstay · Basisflugzeug: Ilyushin Il-76 · Funktion: AEW&C (AWACS) · Verluste 2024: 2 · Operator: Russland
Kurzüberblick
- Exakte Zahl einsatzfähiger A-50 (n-tv.de)
- Offizielle russische Bestätigung der Verluste ausstehend (Flug Revue)
- Welche Waffe beim ersten Abschuss eingesetzt wurde (Wikipedia)
- Februar 2023: Drohnenangriff auf A-50 in Belarus (Wikipedia)
- 14. Januar 2024: Erster Abschuss über Asowschem Meer (Wikipedia)
- 23. Februar 2024: Zweiter Abschuss gemeldet (n-tv.de)
- Russland fliegt verbliebene A-50 in größerem Abstand zur Front (Flug Revue)
- Nachfolger A-100 noch nicht einsatzbereit (Blick.ch)
- Aufklärungsfähigkeit der russischen Luftwaffe sinkt (Flug Revue)
Technische Eckdaten des russischen Frühwarnflugzeugs auf einen Blick:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hersteller | Beriev |
| Erstflug | 1978 |
| Rolle | AEW&C |
| Erkennungsreichweite | 650 km |
| Bekannte Verluste | 2 (2024) |
Was ist der Beriev A-50?
Die Berijew A-50 ist ein sowjetisches Airborne Early Warning and Control (AEW&C) Flugzeug – ein „fliegendes Radar”, das feindliche Flugzeuge und Raketen auf große Distanz erkennen soll. Das Flugzeug basiert auf der Ilyushin Il-76, einem viermotorigen Transportflugzeug, das für die A-50 umgerüstet wurde. Im NATO-Code trägt die Maschine den Namen „Mainstay”.
Die A-50 dient als zentrale Plattform für die russische Luftraumüberwachung. Mit einer Erkennungsreichweite von bis zu 650 km kann sie mehrere Kampfflugzeuge gleichzeitig verfolgen (Euronews).
Geschichte und Entwicklung
Der Erstflug des Prototypen erfolgte 1978. Die Sowjetunion baute die A-50 als Antwort auf die amerikanischen AWACS-Systeme. Ab 1990 wurden die ersten Serienexemplare an die russische Luftwaffe geliefert. Im Laufe der Jahre wurde die A-50 zur verbesserten Version A-50U modernisiert, die über ein leistungsfähigeres Radar und eine aktualisierte Elektronik verfügt.
Technische Basis
Die A-50 nutzt die Il-76 als Plattform und wurde vom Hersteller Beriev umgebaut. An Bord befindet sich ein Rotationsradar auf dem Rumpf, ergänzt durch Kommunikations- und Datenverarbeitungssysteme. Die Besatzung umfasst typisch 15 Personen, darunter Radaroperateure und Piloten (Euronews). Die Maschine erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 765 km/h und eine Spannweite von 50 Metern.
Der Verlust einer A-50 entspricht strategisch dem Untergang des Kreuzers Moskwa im April 2022 – beide Male verlor Russland ein Symbol seiner Macht und eine Schlüsselkomponente seiner Streitkräfte (Blick.ch).
Wie viele Beriev A-50 hat Russland?
Die Frage nach der genauen Anzahl der russischen A-50 ist schwierig zu beantworten. Zu Beginn der Invasion im Februar 2022 verfügte Russland über insgesamt neun Maschinen: drei ältere A-50 und sechs modernisierte A-50U (Wikipedia). Nach zwei bestätigten Verlusten in 2024 dürften noch sieben Flugzeuge existieren.
Gesamtzahl
Schätzungen zur russischen A-50-Flotte variieren je nach Quelle. Der Guardian sprach 2023 von sechs Flugzeugen, während der Spiegel von zwölf berichtete (n-tv.de). Forbes schätzt, dass Russland 2024 noch neun A-50 besitzt, wobei nicht alle einsatzfähig sind (Blick.ch). Eine A-50 soll zudem in Syrien im Einsatz sein, was die verfügbare Flotte für den Ukraine-Krieg weiter reduziert.
Aktuelle Verbleibende
Nach den Verlusten im Januar und Februar 2024 bleiben schätzungsweise sieben A-50 einsatzfähig. Allerdings fliegt Russland die verbliebenen Maschinen mittlerweile in deutlich größerem Abstand zur Front, um weitere Verluste zu vermeiden. Dies schränkt jedoch die Aufklärungsfähigkeit über dem umkämpften Gebiet erheblich ein (Flug Revue).
Nach Verlusten könnte Russland A-50 weiter von der Front einsetzen, was die Aufklärungsfähigkeit über dem umkämpften Gebiet einschränkt. Die Verluste reduzieren die Fähigkeit, ukrainische Luftangriffe frühzeitig zu erkennen.
Wie viele A-50 hat Russland verloren?
Die Ukraine hat 2024 zwei A-50 abgeschossen. Der erste Vorfall ereignete sich am 14. Januar über dem Asowschen Meer. Die Maschine stürzte ab, und das britische Verteidigungsministerium bestätigte am 17. Januar den Absturz mit den Worten, man sei „fast sicher”, dass die A-50U abgestürzt sei (Wikipedia). Am selben Tag wurde eine Ilyushin Il-22M beschädigt, die in Anapa notlanden konnte.
Verluste 2024
Am 23. Februar 2024 meldete die Ukraine den Abschuss einer zweiten Berijew A-50U. Der ukrainische Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk bestätigte den Abschuss und erklärte, die Maschine mit dem Rufzeichen „Bajan” habe ihren letzten Flug absolviert (n-tv.de). Der ukrainische Armeechef Waleri Saluschni bezeichnete die Operation als „perfekt geplante und ausgeführte Mission in der Region Priasowje” (Blick.ch).
Bekannte Vorfälle
Russland bestritt zunächst den Verlust der ersten A-50 im Januar. Kreml-Sprecher Dimitri Peskow erklärte, man habe „keine Belege für einen Abschuss oder Absturz” (Flug Revue). Russische Militärblogger sprachen beim zweiten Vorfall von Friendly Fire – also eigenen Truppen, die das Flugzeug versehentlich abgeschossen hätten (n-tv.de). Die A-50U vom 23. Februar soll etwa 650 km von der ukrainischen Front entfernt operiert haben.
Für die russische Luftwaffe stellen die Verluste einen herben Rückschlag dar: Vor 2024 hatte Russland keine A-50 im Ukraine-Krieg verloren. Die Maschinen galten als zu wertvoll, um sie in Reichweite gegnerischer Flugabwehr zu bringen.
Wie viel kostet der Beriev A-50?
Offizielle Preise für die Berijew A-50 wurden nie öffentlich bekannt gegeben. Schätzungen gehen von etwa 330 Millionen US-Dollar pro Flugzeug aus (Wikipedia). Diese Summe macht die A-50 zu einem der teuersten Einzelsysteme der russischen Luftstreitkräfte.
Preisschätzungen
Die Kosten von 330 Millionen US-Dollar basieren auf Branchenschätzungen und Vergleichen mit ähnlichen AWACS-Systemen weltweit. Amerikanische E-3 Sentry AWACS-Flugzeuge kosten deutlich mehr – geschätzt über 500 Millionen Dollar pro Einheit. Die russischen A-50 sind dagegen vergleichsweise günstiger, was sie für Moskau dennoch zu einem kostspieligen Verlust macht.
Produktionskosten
Die Produktion einer A-50 erfordert die Umrüstung einer Il-76-Plattform plus die Integration des radars und der Elektronik. Der Nachfolger A-100, der auf der neueren Il-476-Plattform basiert, wird voraussichtlich deutlich teurer sein – ist aber noch nicht einsatzbereit (Blick.ch).
Mit zwei verlorenen A-50 à 330 Millionen Dollar belaufen sich die Verluste auf etwa 660 Millionen Dollar – allein für die Flugzeuge, ohne die Kosten für Ausbildung der Besatzungen und die verlorene Aufklärungskapazität.
2024 Russland Beriev A-50 Abschüsse
Die beiden Abschüsse der A-50 im Jahr 2024 markieren einen Wendepunkt im Ukraine-Krieg. Erstmals seit Beginn der Invasion gelang es der Ukraine, diese hochwertigen Ziele zu treffen. Der erste Abschuss am 14. Januar wurde durch die begleitende Il-22M bestätigt, die beschädigt wurde und in Anapa notlandete (Wikipedia).
Januar 2024 Vorfall
Beim ersten Vorfall wurde eine A-50U über dem Asowschen Meer abgeschossen. Die Besatzung von 15 Personen kam laut Berichten beim Absturz ums Leben (Flug Revue). Die eingesetzte Waffe ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise kamen Patriot-Systeme in Kombination mit S-300 zum Einsatz (Wikipedia).
Folgen für Flotte
Nach dem ersten Verlust änderte Russland seine Taktik: Eine weitere A-50 flog fortan in größerem Abstand zur Front. Dennoch gelang der Ukraine mit dem zweiten Abschuss am 23. Februar ein erneuter Treffer. Für diesen Vorfall werden ukrainische S-200-Systeme verantwortlich gemacht, die eine längere Reichweite als die S-300 besitzen (Militaeraktuell.at). Russland versuchte, die Verluste durch den verstärkten Einsatz von Su-34-Bombern zu kompensieren, die nun ohne A-50-Unterstützung operieren mussten.
Im Februar 2023 war bereits eine A-50 in Belarus durch Drohnen beschädigt und nach Taganrog zur Reparatur gebracht worden (Wikipedia). Damit galten die A-50 schon vor den beiden Abschüssen 2024 als verwundbar.
Für die russische Luftwaffe stellen die Verluste eine Schrumpfung der ohnehin kleinen AWACS-Flotte um ein Fünftel dar. Mit nur noch sieben A-50 statt neun sinkt die Fähigkeit, den ukrainischen Luftraum zu überwachen – und damit auch die Effektivität von Kampfflugzeugen, die auf die Frühwarnung angewiesen sind.
Zeitverlauf
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 1978 | Erstflug des Prototypen |
| Februar 2023 | Drohnenangriff auf A-50 in Belarus |
| 14. Januar 2024 | Abschuss eines A-50U über Asowsee |
| 17. Januar 2024 | UK MoD bestätigt Absturz |
| 23. Februar 2024 | Zweiter A-50U-Abschuss gemeldet |
Bestätigt und ungeklärt
Zwei Kategorien helfen, die Faktenlage zur A-50 einzuordnen:
Bestätigte Fakten
- Zwei Abschüsse im Jahr 2024
- Basierend auf Ilyushin Il-76
- NATO-Codename: Mainstay
- Kosten: ca. 330 Mio. USD
- Besatzung: 15 Personen
- Reichweite: 650 km
Unklarheiten
- Exakte Flottenanzahl 2024
- Welche Waffe beim ersten Abschuss eingesetzt wurde
- Offizielle russische Bestätigung ausstehend
- Weitere Verluste nach Februar 2024 nicht ausgeschlossen
Stimmen zum A-50-Verlust
„Die A-50 mit dem Rufzeichen ‘Bajan’ hat ihren letzten Flug absolviert.”
Mykola Oleschtschuk, ukrainischer Luftwaffenkommandeur (n-tv.de)
British intelligence was ‘almost certain’ that the A-50 had crashed.
UK Ministry of Defence, Verteidigungsministerium (Wikipedia)
„Perfekt geplante und ausgeführte Operation in der Region Priasowje.”
Waleri Saluschni, ukrainischer Armeechef (Blick.ch)
„Man habe keine Belege für einen Abschuss oder Absturz.”
Dimitri Peskow, Kreml-Sprecher (Flug Revue)
Verwandte Beiträge: Flugverfolger nutzen · NATO-Kritik
Die Berijew A-50-Flotte Russlands schrumpft rapide, da Verluste und Anzahl 2024zwei Maschinen 2024 im Ukraine-Krieg abgeschossen wurden.
Häufig gestellte Fragen
Was macht den Beriev A-50 zu einem AWACS?
Die A-50 ist ein Airborne Early Warning and Control (AEW&C) Flugzeug – ein fliegendes Radar, das feindliche Flugzeuge, Raketen und Drohnen auf bis zu 650 km Entfernung erkennen kann. Die Besatzung von 15 Personen analysiert die Daten in Echtzeit und leitet sie an Boden- und Kampfflugzeuge weiter.
Welche NATO-Bezeichnung hat der Beriev A-50?
Der NATO-Codename für die Berijew A-50 lautet „Mainstay”. Die Sowjetunion und später Russland nutzten den Typ als Hauptplattform für die Luftraumüberwachung.
Auf welcher Plattform basiert der Beriev A-50?
Die A-50 basiert auf der Ilyushin Il-76, einem viermotorigen Transportflugzeug. Beriev rüstete die Il-76 zum AWACS-Flugzeug um, installierte ein Rotationsradar auf dem Rumpf und rüstete sie mit Kommunikations- und Datenverarbeitungssystemen aus.
Warum sind Beriev A-50-Verluste bedeutsam?
Mit nur neun A-50 zu Beginn des Krieges ist jeder Verlust strategisch schwerwiegend. Die Flugzeuge ermöglichen der russischen Luftwaffe, ukrainische Angriffe frühzeitig zu erkennen. Ohne A-50-Unterstützung operieren Kampfflugzeuge mit höherem Risiko. Der Verlust einer A-50 wird mit dem Untergang des Kreuzers Moskwa verglichen.
Gibt es einen Nachfolger wie Beriev A-100?
Ja, der Nachfolger Berijew A-100 befindet sich in Entwicklung. Er basiert auf der neueren Il-476-Plattform und soll über ein verbessertes Radar verfügen. Allerdings ist die A-100 nach Angaben von Blick.ch noch nicht einsatzbereit.
Wie trackt man Beriev A-50-Flüge?
Flugverfolgungsdienste wie Flightradar24 ermöglichen es, den Flugverkehr in Echtzeit zu beobachten. Allerdings schalten die A-50 im Einsatz meist ihren Transponder ab, um nicht identifiziert zu werden. Militärische Flugbewegungen sind daher nur eingeschränkt nachvollziehbar. Flugverfolger nutzen diese Dienste für die zivile Luftfahrtüberwachung.
Welche Crew ist im Beriev A-50?
Die Besatzung umfasst typisch 15 Personen, darunter Piloten, Radaroperateure und Kommandooffiziere. Beim Absturz im Januar 2024 sollen alle Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen sein.
